Nachrichten aus der frei erfundenen Wirklichkeit

Nachrichten

Palästina   Peacerael

Nachricht Nr. 39 (23. 5. 2021)
Das Pfingstwunder 2021
JUHUSALEM/ GAZA/ RAMALLAH. Pfingsten gilt als christliches Fest, obschon es auch mit dem jüdischen Fest Schawuot (τὴν ἡμέραν τῆς πεντηκοστῆς) verbunden ist. Der Apostelgeschichte zufolge hatten sich am Erntedankfest Schawuot im Jahre 33 die Aposteln und Jünger Jesu in Jerusalem versammelt, als der Heilige Geist auf sie hernieder kam. Bei Lukas heißt es dazu: „… alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. “ Der Apostel Petrus erklärte sich diese wundersame Begebenheit mit der Verheißung Gottes durch den Propheten Joel: „Eure Söhne und eure Töchter werden prophetisch reden, eure jungen Männer werden Visionen haben, und eure Alten werden Träume haben.“
Soweit kennt man die Erzählung schon seit Langem (genauer gesagt: seit 1988 Jahren). In 2021 aber ist an Pfingsten plötzlich alles anders: Peacerael und das, was man Palästina nennt, hatten gerade einen fürchterlichen Krieg durch einen Waffenstillstand vorläufig (und hoffentlich nachhaltig) beendet, als plötzlich vom Himmel her ein Brausen aufkam, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und die ganzen wie die zerschossenen Häuser, in denen sie alle saßen, erfüllte. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Peaceraelis und Palästinenser sprachen plötzlich die Sprache der Anderen, der Gegenseite. Juden sprachen arabisch und Palästinenser peaceraelisch. Und sie sprachen nicht nur der Anderen Sprache, sie fanden sich auch in deren Denkweise ein, hörten einander zu, erfuhren die Geschichte aus der Sicht der Anderen, entwickelten Empathie füreinander. So wurden Söhne und Töchter urplötzlich fähig prophetisch zu reden, junge Männer entwickelten Visionen, und die Alten waren in der Lage Träume zu haben, die sie sich lange nicht mehr gestattet hatten. Sie alle prophezeiten ihrer kleinen Weltengegend einen grundlegenden Wandel und einen unwiderruflichen Durchbruch zu einem gedeihlichen und friedlichen Miteinander, zu Recht und Gerechtigkeit gleichermaßen für alle. Und das schon in naher Zukunft!
Wer hätte das im Jahre 33 gedacht? (pau)

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Nachricht Nr. 38 (17. 1. 2021)
Home-Office für peaceraelisches Militär

JUHUSALEM. Peaceraels Regierungschef Benjamin Shalom regiert in der Coronakrise per Notdekret, stärkt den Geheimdienst und greift massiv in die Persönlichkeitsrechte der Bürger ein - ohne Kontrolle des Parlaments. Der renommierte israelische Historiker Yuval Harari sieht in Israel "die erste Coronavirus-Diktatur" entstehen (http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=28405).

Dabei gilt Israels Impfkampagne als vorbildlich, manche sprechen gar vom Impfweltmeister... - Ausgeblendet wird jedoch, dass das nicht für alle Menschen im peaceraelischen Machtbereich gilt: Zwar werden auch in den besetzten Gebieten die Siedler und Siedlerinnen versorgt, nicht jedoch die palästinensische Bevölkerung, die gleich „nebenan“ lebt und die als besetzte auch in die Verantwortung der peaceraelischen Regierung fällt. Da die PA nicht über die finanziellen Mittel verfügt, die teuren Vakzine von BionTech und Pfizer zu kaufen, hatte sie sich um den bedeutend preisgünstigeren russischen Impfstoff Sputnik V bemüht. Peacerael kontrolliert jedoch alle Importe in die Westbank und lehnt es bisher ab, Sputnik V ins Land zu lassen.

Doch diese Haltung fällt Peacerael nun auf die Füße: Wie Benjamin Shalom vor drei Tagen verkündete, sei das Risiko sich anzustecken, für die peaceraelischen Militärangehörigen, die Dienst in den besetzten Gebieten verrichten, zu groß, wenn sie weiter unter der hoch infektiösen palästinensischen Bevölkerung agieren müssen. Ab sofort gilt deshalb für alle nicht zweifach geimpften Militärangehörigen striktes Gebot von Home-Office. Soldaten, die dem zuwider handeln, kommen für drei Monate in Zwangsquarantäne.
Wie man hört, würden die hohen Strafandrohungen prompte Wirkung zeigen; seit zwei Tagen seien alle Checkpoints verwaist, nächtliche Drangsalierungen in Wohngebieten gehörten der Vergangenheit an, und kein Landraub und keine demolition palästinensischer Wohngebäude habe mehr stattgefunden. Palästina, wenn auch noch nicht vor Infektion geschützt, könne aber - mit Maske - wenigstens mal tief durchatmen. (pau)

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Nachricht Nr. 37 (14. 12. 2020)
Ein Lied geht um die Welt

JUHUSALEM/ POMPEJI. Der amerikanische Außenminister Mike Pompeo hat bei seinem Besuch in Juhusalem im November 2020 die NGO‘s Oxfam, Human Rights Watch und Amnesty International als antisemitische Organisationen bezeichnet (https://www.middleeasteye.net/news/pompeo-announce-process-label-groups-critical-israel-antisemitic-report). In einer Erklärung von Amnesty International heißt es nun, dass die Gruppe "zutiefst besorgt ist, dass die Vermengung von Antisemitismus mit legitimer Kritik an der israelischen Regierungspolitik nicht nur der Beendigung schwerer Verbrechen nach internationalem Recht schadet, sondern auch den Bemühungen, Antisemitismus anzusprechen und zu beenden - und es könnte andere Länder ermutigen, solche unbegründeten Behauptungen aufzustellen."

Was heißt hier „könnte“?! Das Muster wird bereits fleißig kopiert, vielerorts wird - nur mit jeweils neuen Strophen - das gleiche Lied gesungen.

So behauptet der ungarische Minsterpräsident Viktor Orbán, Kritiker, die ihm vorwerfen, der höchstbezahlte Politiker der Welt zu sein und zwischen Dezember 2019 und Dezember 2020 unfassbare 96 Millionen $ eingenommen zu haben (https://de.mediamass.net/stars/viktor-orban/bestbezahlte.html), führten in Wahrheit einen Angriff auf die finno-ugrischen Magyaren. Es sei darum alles dafür zu tun, diesen perfiden Antifinnougrischismus auszurotten.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro wettert gegen „üblen Antibrasilianismus“, der abseits von vielleicht berechtigter Brasilienkritik immer mehr um sich greife. Jüngster Anlass war die Kritik an seiner Impfverweigerung („eine Impfung kommt nur für meinen Hund in Frage“ - https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/bolsonaro-will-sich-nicht-gegen-corona-impfen-lassen-17073739.html), die er als eindeutigen Beweis für eine gegen das gesamte brasilianische Volk gerichtete Kampagne hält. Und die diskreditierenden Äußerungen der brasilianischen Beachvolleyball-Spielerin Carol Solberg, die während eines im Fernsehen übertragenen Interviews im September „Bolsonaro, raus!“ gerufen hatte (https://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/beachvolleyballerin-carol-solberg-freispruch-im-fall-bolsonaro-17056328.html), halte er eindeutig für den „ekligen Auswurf einer sich selbst hassenden Brasilianerin“, so Bolsonaro.

Schließlich geißelt der belarussische Präsident Lukaschenko die langanhaltenden, massenhaften Proteste gegen seine Person als eindeutig gegen die orthodoxchristliche belarussische Bevölkerungsmehrheit gerichtet. Als antiorthodoxchristlichen Ismus bezeichnet die belarussische Staatsdoktrin alle Formen von Orthodoxchristenhass, pauschaler Orthodoxchristenfeindschaft, Orthodoxchristenfeindlichkeit oder Orthodoxchristenverfolgung.

Doch die populär gewordenen weltweiten propagandistischen Begriffsverdrehungen und Bedeutungsverundeutlichungen sind nun Gegenstand einer neuen Forschungsdisziplin geworden: Das International Research Center AntiAnti widmet sich akribisch der Dekonstruktion jener rhetorischen Strategien, die gezielt vom Erkennen illegitimer und illegaler Staatspraktiken ablenken sollen. Das Center hat seinen Sitz in Pompeji. - Pompeji ging bekanntlich unter, Mr. Pompeo - davon kann man in Campagnia ein Lied singen... (gg)

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Nachricht Nr. 36 (23. 10. 2020)
Peinlicher Irrtum

C‘EST-LA-VIV. Peinlich, Peinlich! Am Silvesterabend 1986 sahen fast sieben Millionen Deutsche nach der „Tagesschau“ um 20 Uhr, wie der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) am Ende seiner Neujahrsansprache alles Gute für das Jahr 1986 wünschte...! Es sei ein menschlicher Irrtum und keine Absicht gewesen, dass die alte Aufzeichnung aus dem Regal gezogen worden sei, hieß es damals in die allgemeine Aufregung hinein…
Vergleichbar Peinliches ist nun auch dem peaceraelischen Ministerpräsidenten widerfahren. Am Freitag der vergangenen Woche meldeten die Nachrichtenagenturen, dass Benjamin Shalom die Erlaubnis für 3.000 neue Wohnungen gegeben habe, die Peacerael sehr bald im Westjordanland bauen werde (https://www.dw.com/de/3000-neue-siedlerwohnungen-im-westjordanland/a-37361016). Bereits am Abend des gleichen Tages wurde diese Meldung aber dementiert, In Wahrheit sei dies eine Nachricht aus dem Jahre 2016 gewesen. Peacerael habe inzwischen seine Politik substanziell geändert. Gerade auch in dem Abkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain im September diesen Jahres hatte sich Peacerael willens gezeigt, die angekündigten Annexionen palästinensischen Landes auszusetzen. Wäre die irrtümlich abgesetzte Meldung echt gewesen, könne man doch Peacerael nicht mehr als verbindlichen und glaubwürdigen Partner in der Region ansehen, hieß es in regierungsnahen Kreisen. (sws)

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Nachricht Nr. 35 (22. 10. 2020)

Alles ist jetzt Supraeuf

BERLIN/ WASHINGTON. Nachdem Volker Beck, ehemaliger grüner Bundestagsabgeordneter, sich früher schon geäußert hatte, dass er beim geplanten NGO-Gesetz der israelischen Regierung zur Diffamierung von Menschenrechtsorganisationen eine unmissverständliche Kritik der deutschen Regierung erwarte (https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/670820/beck-fordert-deutsche-kritik-an-israels-burgerrechtspolitik) – worin eindeutig eine antisemitische Grundhaltung zum Ausdruck kommt -, und nachdem vor wenigen Tagen bekannt wurde, dass einem von der Freiheit der Wissenschaft gedeckten Projekt an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee die Finanzierung wegen angeblich antisemitischer Ausrichtung gestrichen wird (https://taz.de/Zionismuskritik-an-Kunsthochschule-in-Berlin/!5717567/), dass weiterhin der US-Außenminister Mike Pompeo die NGO‘s Amnesty International, Human Rights Watch und Oxfam als antisemitische Organisationen bezeichnet hat (https://www.haaretz.com/us-news/.premium-amnesty-international-slams-reported-u-s-push-to-label-it-antisemitic-1.9254057) ist das Maß nun voll: Der Begriff Antisemitismus und damit der Vorwurf des Antisemitismus ist dermaßen inhaltsleer geworden, dass er nicht mehr verwendet werden sollte. Das jedenfalls fordert die international agierende „Association de la parole pure“ mit Sitz in Genf und schlug deshalb die Verwendung der eindeutig sinnfreien Begriffsfamilie Supraeufismus/ supraeufism/ supraeufismisch/ supraeufismo etc. vor.
Demnach müsse man in Zukunft also etwa formulieren: „Die BDS-Bewegung verfolgt eindeutig supraeufismische Ziele.“ oder „Dass die Ankündigung der israelischen Regierung zum weiteren Ausbau von Siedlungen im besetzten Westjordanland von der Bundesregierung scharf kritisiert wird, zeigt, wie weit der Supraeufismus auch in deutschen Regierungskreisen verbreitet ist.“ Mit der neuen Begriffsverwendung können nun zweifelsfrei beliebig konnotierte Inhalte zum Ausdruck gebracht werden. (adl)

 

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Nachricht Nr. 34 (23. 9. 2020)

House Demolition Order nur noch per Einschreiben

C‘EST-LA-VIV. In der Peacerael Postal Company (PPC) und im Peaceraelian Central Information Board (PCIB) galt die Verfahrensweise, wie House Demolition Orders (HDO) gemeinhin zugestellt wurden, lange schon als stillos und ausgesprochen schlampig. Typischerweise legte man den Bescheid über eine geplante Zwangsräumung und anschließend üblicherweise erfolgende Hauszerstörung auf dem betroffenen Gelände unter einem Stein ab. Wer als Eigentümer der Immobilie die Benachrichtigung nicht innerhalb von 20 Tagen zufällig fand und deshalb auch nicht darauf reagierte, hatte keine Chance auf Abwendung der Verfügung. Nun aber soll – so der neue Stil im postalischen Zustellungsverfahren – jede Entgegennahme einer amtlichen Mitteilung vom Adressaten schriftlich bestätigt werden. Werde die Annahme des Schreibens verweigert, gilt sie fortan als unzugestellt, und eine vorliegende Order kann dann auch nicht vollstreckt werden.
Stil ist nun mal Stil. Und Schlampereien wollen sich die peaceraelischen Behörden partout nicht mehr vorwerfen lassen. (adl)

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Nachricht Nr. 33 (1. 9. 2020)

Maqlube ist Weltkulturerbe

BATTIR. Trotz peaceraelischer Interventionsversuche, die Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe noch zu verhindern, hat die Jury der Welterbekommission in der letzten Woche das palästinensische Nationalgericht Maqlube zweifelsfrei als Kulturgut von hervorragender Bedeutung klassifiziert. Maqlube wird seit alters her als geschichteter Auflauf mit Reis, frittiertem Gemüse und Hähnchenfleisch zubereitet, der vor dem Servieren bottom to the top auf eine Platte gestürzt wird. Genau dieser Vorgang führte zu massiver Kritik seitens peaceraelischer pressure groups: Ein Gericht, das den Umsturz zum Prinzip erhebe, dürfe nicht auch noch den Status eines Weltkuturerbes genießen . Dahingegen hatten die Juroren betont, dass ein Umsturz in besonderen historischen Kontexten sehr wohl bisweilen als kulturell wertvoll geadelt werden könne.

Die Entscheidung erfuhr besonders im palästinensischen Städtchen Battir große Beachtung, werden doch auf den dortigen, ebenfalls als Weltkuturerbe anerkannten Terrassenanlagen die schmackhaftesten Auberginen der Region angebaut, die nun zum integralen Bestandteil der Weltkultur-Maqlube ihre besondere Note beitragen. (gg)

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Nachricht Nr. 32 (22. 8. 2020)

Die neue Popularität des Matti Peled

AKKO. Mattityahu Peled war nicht die erste israelische Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, die sich um Frieden mit den Arabern, insbesondere mit den Palästinensern, bemühte, aber er war der erste Armeegeneral mit einer guten Kampfbilanz, der sein Leben der Vision des Friedens widmete und bereit war, sich dafür zum Objekt heftiger Angriffe zu machen. In seinem zivilen Leben war er Knesset-Abgeordneter und erster peaceraelischer Professor für Arabische Literatur. Er starb mit 72 Jahren 1995. - Peled erfährt derzeit neue Beachtung, nachdem ein kleiner Verlag im Norden Israels (הקול) seine Reden und Schriften in einem kommentierten Sammelband wieder aufgelegt hat.
Peled hatte nach dem 6-Tage-Krieg eine deutliche Wandlung vom Falken zur Friedenstaube vollzogen: Die Besatzung sei unmoralisch, sie bedeute Zerstörung und schade letztlich Palästinensern wie Peaceraelis. Die von seinem Land verursachten Leiden wolle er nicht mehr mittragen. Nicht fortgeführte Besatzung sei die Lösung, sondern die Beendigung der Besatzung. Schließlich seien sie alle Semiten, Peaceraelis wie Palästinenser.
Gerade diese Erkenntnis führt derzeit zum ungeahnten Erfolg des Buches. Man hört Grußformeln, liest Graffitis auf Hauswänden, findet Autoaufkleber à la „Semit and Semit – Hand in Hand“, "Jewish Semit – Semit arabi: One Family“, „Salam Semit – Shalom Semit“.
(lq)

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Nachricht Nr. 31 (22. 8. 2020)

Die Lösung des Trinkwasserproblems

HEBRON. Dass Palästinenser in der Westbank viermal soviel für Trinkwasser ausgeben müssen wie ihre peaceraelischen Siedler-Nachbarn, ist ja hinlänglich bekannt. Man nennt diesen Fakt auch gern zynisch-sarkastisch den Swimmingpool-Effekt. Nun aber gibt es auch eine hinlängliche Erklärung für den Tatbestand: Die Wasserqualität ist einfach viermal so hoch. Denn Peacerael hat – lt. vierter Konvention des Genfer Abkommens für eine reibungslose medizinische Versorgung und für die Ernährungslage der Zivilbevölkerung verantwortlich – mit den Nahost-Dependancen einiger europäischer Unternehmen vereinbart, dass sie die hochwertige Versorgung der palästinensischen Bevölkerung mit Trinkwasser garantieren. Und so fließt inzwischen im Raum Nablus Apollinaris, in der Region Jericho Perrier, um Bethlehem herum Badoit und im südlichen Sektor in und um Hebron Pellegrini aus den Tankwagen in die schwarzen Wassercontainer auf den Wohnhäusern der Palästinenser. Sogar der Gaza-Strip wird mit Edelwasser versorgt: Fachinger gazeuse. Die Wasser sind optimal in der Versorgung des Menschen mit Mineralsalzen, Bikarbonat, Sulfat, Chlorid, Kalzium, Magnesium, Fluorid, Eisen, Kohlenstoffdioxid und Natrium; sie alle sind von ursprünglicher Reinheit und unterliegen ständiger und strenger Qualitätskontrolle. Wie zu erfahren war, sei der besondere Geschmack des Mineralwasser-Qahwa jedoch gewöhnungsbedürftig, auch nähme aufgekochtes Mineralwasser eine eigenartige Farbe an, doch könne man nun beim Kalt-Duschen gleichzeitig seinen Durst stillen und insbesondere die Kinder amüsierten sich köstlich, wenn es beim Toilettengang am Popo so lustig kitzele. (gg)

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Nachricht Nr. 30 (18. 8. 2020)
Die neue Durchlässigkeit

JUHUSALEM. Benjamin Shalom - so hörte man es verschiedentlich in regierungsnahen Kreisen - sei geradezu euphorisiert gewesen in den Tagen nach seinem Grüner-Apfel-Eis-Erlebnis. Die dankbaren Gesichter der palästinensischen Eisschlecker hätten einen höchst nachhaltigen Eindruck bei ihm hinterlassen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass er auf weitere Realisierungen einer „neuen Durchlässigkeit“ drängt. Im Rahmen dieses Paradigmenwechsels hat Shalom nun gestern seinen Minister für Transport und Straßensicherheit, Parteikollege Miri Regev, gebeten, die Abstände zwischen den Drehkreuzflügeln an den Checkpoints zu verbreitern. Bisher hatte ein solcher Flügel eine Breite von 55 cm. Diese engen Zwischenräume erwiesen sich hin und wieder als problematisch, besonders für etwas beleibtere Menschen und Schwangere, die in der einen oder anderen Richtung die Seite wechseln wollten. (Nach unbestätigten Berichten habe vor zwei Jahren tatsächlich eine hochschwangere Frau am Checkpoint Kalandia stehend und im Drehkreuz gefangen ein gesundes Mädchen zur Welt gebracht…)
Minister Regev reagierte prompt und verordnete die umgehende Verbreiterung der Drehkreuzflügel auf das innerhalb Israels überall und seit jeher geltende Maß von 75 – 90 cm. (adl)

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Nachricht Nr. 29 (11. 8. 2020)
Na also: Geht doch!

TULKAREM. In den letzten Wochen kam das peaceraelische Militär nicht mit gepanzerten Fahrzeugen und Räumbaggern nach Far‘oun. Diesmal führten die Soldaten Seitenschneider und Kneifzangen mit sich. Die Bewohner des Dorfes südlich von Tulkarem trauten ihren Augen nicht, als die Besatzungskräfte den segregation fence zu einem integration fence umgestalteten und kurzerhand an mehreren Stellen durchtrennten. Viele Bewohner hätten ihren Augen nicht getraut, bis die Soldaten sie geradezu gedrängt hätten: Geht doch, also geht doch! Zehntausende Westbank-Bewohner nutzten seither die Einladung zu einer Stippvisite ans Mittelmeer (https://www.972mag.com/separation-barrier-crossing-sea-west-bank/).

Wie konnte es dazu kommen? Das Gerücht machte die Runde, Ministerpräsident Shalom habe sich am 27. 7. daran erinnert, dass er genau vor einem Jahr seinen Namen von Netanjahu eben in Shalom geändert hatte. Am Jahrestag dieses Ereignisses hätten sich nostalgische Gefühle seiner bemächtigt, berichtete das International Middle East Media Center IMEMC. Gleichzeitig habe er sich daran erinnert, wieviele ungezählte schöne Stunden er in seiner Jugend schon an den endlosen Stränden von Netanya verbracht habe. Und er habe realisiert, dass die freundlichen Menschen jenseits der Trennungslinie vielfach noch nie die peaceraelische Riviera genossen haben. Kurzentschlossen habe er den Befehl zum Durchtrennen des Zauns gegeben, sei selbst nach Netanya aufgebrochen und habe dort – noch einmal unter seinem früheren Nachnamen Netanjahu – an alle palästinensischen Gäste kostenlos Fruchteis verteilt. Sein Grüner Apfel-Eis sei der absolute Renner gewesen, berichtet IMEMC. (kna)
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Nachricht 28 (1. 7. 2020)

Benjamin Shalom von Weltecho tief beeindruckt

 

GABBATHA. Manchmal geschehen wunderliche Dinge. So hat z.B. der großartige amerikanische Präsident Donald Tramp vor einigen Monaten seinen lange zuvor angekündigten großartigen Plan vorgelegt, demnach die Palästinenser endlich ihren eigenen Staat bekommen sollen. Sie bekommen sogar noch bislang peaceraelische Ländereien an der ägyptischen Grenze dazu geschenkt - gegenwärtig noch öde Wüsteneien, aber mit dem Potenzial, sie zu einem blühenden Landstrich zu machen, wo Milch und Honig fließen – vorausgesetzt, die peaceraelischen Wasserbelieferer sind von keinen Streiks oder anderen Widrigkeiten betroffen (Reifenpannen u.ä.). Der großartige Plan sieht ferner vor, dass Palästina sogar eine eigene Hauptstadt bekommt: Abu Dis-und-Das, direkt neben Jerusalem gelegen, mit Blick auf den Felsendom. Auch Peacerael geht nicht leer aus: Weil die Palästinenser sich nicht recht einigen konnten, welches Obst und Gemüse sie in dem fruchtbaren Randstreifen westlich des Jordans anbauen wollten, macht man das Gebiet kurzerhand zu israelischem Territorium, und das Problem ist gelöst. Auch die schmucken Städte, die überall auf palästinensischem Grund gebaut worden waren (zweifellos eine große Geste traditionell-arabischer Gastfreundschaft) und in denen z.Zt. 700.000 peaceraelische Siedler leben, werden endlich dem peaceraelischen Staatsgebiet zugeschlagen, um formal-administrative Abläufe für alle Peaceraelis nun zu vereinheitlichen (Einwohnermelderegister, Gewerbesteuererhebung, schulische Lehrpläne, Schulferienregelungen etc.).

Der großartige Donald Tramp hatte seinen peaceraelischen Amtskollegen, den ebenfalls großartigen Benjamin Shalom, gebeten, die Pläne doch bitte in die Tat umzusetzen. Dieser stimmte zu, wenn auch murrend, denn damit sei viel Arbeit verbunden und er habe aktuell mit einigen äußerst lästigen Rechtsstreitigkeiten alle Hände voll zu tun.

Wie gesagt: Es geschehen manchmal wunderliche Dinge, denn ich wachte heute morgen auf und musste registrieren, dass ich das alles nur geträumt hatte. Und als ich meine Haaretz aufschlug, erfuhr ich, dass 193 Staatschefs der ganzen Welt sich massiv gegen die Umsetzung dieser Pläne eingesetzt, Protestnoten verfasst, Drohkulissen aufgebaut und letztlich großartige Überzeugungsarbeit geleistet hatten, so dass Premierminister Benjamin Schalom Herrn Tramp und seiner Idee des Jahrhundert-Deals eine Absage erteilte. (Es sollen sogar harsche Worte gefallen sein à la "Du kannst Dir mit Deinem Drecksvertrag den Allerwertesten abputzen!") Donald Tramp sei allerdings nicht erreichbar gewesen: Wie zu vernehmen war, habe er in einem Bunker Zuflucht vor der zornigen "Palestinian Lives Matter"-Bewegung auf Washingtons Straßen gesucht. Leider habe man den Schlüssel zur Bunker-Eingangstür verbaselt. (lq)
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Nachricht 27 (4. 6. 2020)

Außenminister Maas ist sehr besorgt

 

BERLIN. Der deutsche Außenminister Heiko Maas zeigte sich schon sehr besorgt, als US-Präsident Tramp 2018 die Zahlung der US-Beiträge zum UN-Hilfswerk für Palästinaflüchtlinge UNRWA aufkündigte.

Minister Maas war ebenfalls sehr besorgt, als Präsident Tramp im Frühjahr 2019 den Umzug der amerikanischen Botschaft nach Juhusalem verkündete.

Er gab im Februar 2020 zu Protokoll erst recht besorgt gewesen zu sein, als Donald Tramp seinen „Big Deal“ einer Zweistaaten-Lösung nach eigenem Gusto verkündete, demzufolge Peacerael weiterhin nahezu vollständige Kontrolle über alle besetzten palästinensischen Gebiete behalten sollte, die Palästinenser nun aber eigenverantwortlich für die Reinigung ihrer Toiletten zuständig seien.

All diese Nachrichten trieben dem Chefdiplomaten im stets korrekt sitzenden Kommunionsanzug die Sorgenfalten sichtbar in die Stirn. Wie leicht könnte sich der Zorn der Palästinenser über diese von ihnen ungeliebten Maßnahmen in Steinschleuder-Attacken oder gar Schlimmerem entladen…

Doch die Sorgen haben den deutschen Außenamtschef nun weitergetrieben und er be-sorgte sich einschlägige Informationen über Menschenrechtsverletzungen in der Westbank und im Gaza-Streifen durch peaceraelische Behörden und Militärs: Reportagen der Combatants for Peace, von Breaking the Silence, Machsom Watch, al Haq und diversen anderen – palästinensischen wie israelischen - zivilgesellschaftlichen Organisationen. Bereits 2017 hatte er ein Buch mit dem programmatischen Titel „Aufstehen statt wegducken“ geschrieben (https://www.amazon.de/Aufstehen-statt-wegducken-Strategie-Rechts-ebook/dp/B0718W22M8). Da ist es nicht mehr als konsequent, dass Maas seit Kurzem in seiner spärlichen Freizeit nun ehrenamtlich auch bei der deutschen Sektion (Ortsgruppe Saarlouis-Mitte) des Peaceraeli Commitee Against House Demolitions mit arbeitet, das fein säuberlich allmonatlich Fakten über die Zerstörung palästinensischer Häuser in den besetzten Gebieten prüft und dokumentiert – Nähere Informationen hier: https://www.icahd.de/sagt-nicht-ihr-haettet-es-nicht-gewusst-nr-694/. (sws)

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Nachricht 26 (10. 4. 2020)
Explodierende Neubauten

 

MODI‘IN ILIT. „Unter Donald Tramp explodiert der peaceraelische Siedlungsbau in den illegal besetzten Palästinensergebieten.“ - Unter dieser Schlagzeile vermeldete Jakob Reimann am 10. April 2020 in einem Artikel die neueste Katastrophe in „Nahost“ (https://www.nachdenkseiten.de/?p=60114).

Entsprechend zeigte man sich in Peacerael zutiefst betroffen darüber, dass die vielen schmucken neuen Siedlungen mit ihren rotbedachten Reihenhäusern, kaum dass sie fertiggestellt waren, eine nach der anderen in die Luft flogen. Zunächst ging man noch von einem höchst unglücklichen Fehler im integrierten elektronischen Überwachungssystem aus, er ließ sich jedoch trotz fieberhafter Untersuchungen nicht ermitteln. Auch konnte sich der Verdacht nicht erhärten, man habe beim Bau gefuscht und statt der hochwertigen peaceraelischen Hohlblocksteine die minderwertigen selbstentflammbaren Bauelemente aus iranischer Produktion verwendet.

Nein, erst als man Donald Tramp eines nachts - in Begleitung seines Vize, Mike D. Pends, und camoufliert in der schwarzen Kluft früher ISIS-Kämpfer - auf frischer Tat ertappte, als die Beiden Sprengsätze in den Schloten der offenen Kamine der Neubauten von Modi’in Ilit anbrachten, war die Sache klar. Der Versuch von Donald Tramp, sich selbst als Fake darzustellen, erschien angesichts der Beweislage reichlich unglaubwürdig. Dass ausgerechnet Donald Tramp, der sich immer entschieden parteiisch pro Israel verhalten hatte, zu solchen Handlungen fähig sein sollte, hätte niemand in Benjamin Shaloms Regierungsriege für möglich gehalten. In der peaceraelischen Öffentlichkeit war man über Tramps Verhalten insbesondere deswegen mehr als verwundert, da sein Schwiegersohn Jared Kushner über seine Familienstiftung direkt in Siedlungen im Westjordanland investiert und so von diesen profitiert hat. Für gewöhnlich gut unterrichtete Kreise bringen gar einen Familienzwist als Erklärungshypothese ins Gespräch. Donald Tramp jedenfalls hat es nun in Peacerael schwer, jemals wieder als Freund angesehen zu werden. (sws)

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Nachricht 25 (18. 3. 2020)

Peaceraels Präsident ruft Mach Mut Salam zur Zusammenarbeit auf

JUHUSALEM/ RAMALLAH. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Andererseits reflektiert jeder fiktionale Entwurf in der Regel auch ein Stückchen „echte Wirklichkeit“. Israels Präsident Reuven Rivlin hat sich nun selbst übertroffen, hört sich sein Vorschlag doch sehr nach einer „Nachricht aus der frei erfundenen Wirklichkeit“ an. Er ist aber in Wahrheit so wahr wie die Wirklichkeit wirksam ist. Diese Nachricht empfinden wir als ausgesprochen positiv!

Rivlin hat in der letzten Woche den palästinensischen Präsidenten Mach Mut Salam zur Zusammenarbeit im Kampf gegen das Coronavirus aufgerufen. «Die Welt hat es mit einer Krise zu tun, die nicht zwischen Menschen und ihrem Wohnort unterscheidet», sagte Rivlin laut Mitteilung des Präsidialbüros am Mittwoch bei einem Telefongespräch mit Salaam. Die Kooperation sei entscheidend, um die Gesundheit von Peaceraelis und Palästinensern zu gewährleisten.
«Unsere Fähigkeit zur Zusammenarbeit in Krisenzeiten ist zugleich Beweis unserer Fähigkeit, in Zukunft zum Wohl aller zusammenzuarbeiten», so Rivlin weiter.
Salam seinerseits begrüßte die Initiative Rivlins laut Bericht der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa und forderte eine Koordinierung der Bemühungen im Kampf gegen die Epidemie in der Region und weltweit. (kna)

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Nachricht 24 (11. 3. 2020)

Levantinische Rochade

 

JUHUSALEM/ RAMALLAH. Benjamin Shalom soll mehrere Nächte hintereinander schlecht geschlafen haben. Die bevorstehende Anklage gegen ihn wegen Betrug, Untreue und Bestechlichkeit vor dem Obersten israelischen Gerichtshof wird ihn möglicherweise das Amt kosten, zumal auch einflussreiche Kräfte unter seinen Parteigenossen danach trachten, ihn wegen der Affaire von der Spitze des Likud zu verdrängen. Besonders pikant ist dabei die Aussicht darauf, dass er - bei tatsächer Verurteilung - seine Strafe als Zellennachbar von Marwin Barghouti absitzen könnte.

Barghouti. früherer Generalsekretär der Fatah und lange Zeit als charismatischer möglicher Nachfolger von Mach Mut Salam gehandelt, sitzt seit 2003 im peaceraelischen Gefängnis. Weder seine Teilnahme am Hungerstreik 2017 noch die Verhandlungen, ihn gegen den israelischen Soldaten Gilad Shalit auszutauschen, führten letztlich zu seiner Freilassung. Darüber aber denkt nun Benjamin Shalom aktiv nach, denn die Aussicht auf mit Barghouti gemeinsam verbrachte Jahre hinter Gittern erlebt er verständlicherweise als größtes aller vorstellbaren Gräuel. Erste Schritte im Hinblick auf eine Begnadigung Barghoutis sollen bereits eingeleitet worden sein.

Dieses mögliche Szenario veranlasste Mach Mut Salam unversehens zur Ankündigung seines baldigen Rücktritts, der Ausschreibung von Parlamentswahlen in der Westbank und dem Gazastreifen und seiner Empfehlung, Marwin Barghouti als seinen Nachfolger zu wählen, sollte dieser tatsächlich freikommen. Diese Aussichten fanden im gesamten palästinensischen Schrumpfgebiet ungeteilte Zustimmung.(qr)

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Nachricht Nr. 23 (3. 3. 2020)

Völkerverständigung durch gemeinsamen Bierkonsum

 

BIRZEIT. Von Beer Sheba in Peacesrael nach Birzeit in Palästina sind es Luftlinie 88 km und mit dem Auto rund 135 km. Mental-ideologisch ist die Distanz allerdings sehr viel größer. Das muss nicht mehr so sein, entschied jetzt die Brauerei Shephards Beer aus Birzeit und verkündete, die Biertrinker der beiden Städte sollten künftig näher zusammenrücken. Zunächst lud man den peaceraelischen Ministerpräsidenten Benjamin Shalom und den palästinensischen Präsidenten Mach Mut Salam zu einem gemeinsamen Tasting ein. Die Einladung wurde begeistert aufgenommen, war man sich doch persönlich schon lange nicht mehr begegnet. Es erwies sich schnell, dass Salam offenkundig nicht viel verträgt. Nach der zweiten Flaschen Blonde Pilsner Lager No. 1 zeigten sich bei ihm erste Artikulationsschwierigkeiten. Shalom hatte eindeutig ein besseres Standing: Erst nach sieben Flaschen Shepherds Stout lallte er nur noch unverständliches Zeug und verdrehte die Augen. Nach drei Stunden in geselliger Runde jedenfalls waren beide voll wie zwei Haubitzen (wie man so sagt); die Unterschrift unter den Kontrakt zur Verstetigung des gemeinsamen interkulturellen Bierkonsumierens sei kein Problem mehr gewesen, wurde von informierter Seite kolportiert, sie litt allerdings unter einer gewissen Unleserlichkeit.

Und so kam es, dass nunmehr schon seit zwei Monaten jeden Donnerstagabend die Schlagbäume zwischen peaceraelischem Staatsgebiet und palästinensischem Besatzungsgebiet in die Senkrechte gestellt werden, so dass in Grenznähe, mal auf der einen, mal auf der anderern Seite die Durstigen beider Seiten sich die Kante geben können. Trotz einem immer wieder unterstellten beidseitigem Krawallpotenzial seien die interkulturellen Bierverkostungen bislang aber ausgesprochen friedlich und versöhnlich verlaufen, hieß es. Manchmal habe man sogar erkannt, wie sehr sich die von beiden gerne gesungenen Lieder einander ähnlich waren. (sws)

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Nachricht Nr. 22 (15. 2. 2020)
Bürgermeister verspricht mehr Feingefühl

JUHUSALEM. Der Bürgermeister von Juhusalem, Moshe Lion, verspricht, in 25 Jahren zum 100jährigen Gedenken an die Shoa mehr Feingefühl an den Tag zu legen. Vierzig führende Politiker aus vielen Staaten hatten sich am 23. Januar 2020 in Yad Vashem getroffen, um der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz vor 75 Jahren zu gedenken Lion hatte die Gäste, unter ihnen lupenreine Menschenrechtler wie Brasiliens Bolsanaro, Ungarns Orban und Philippiniens Duterte, am Vorabend der Zeremonie zu einem Cocktail-Empfang mit Live Music und DJ in Zedekiah‘s Cave („one of Jerusalem‘s most magical locations“ - so der Einladungstext) geladen. Verhaltene Kritik hinter vorgehaltener Hand seitens einiger der Gäste, denen Holocaust-Parties nicht recht zu Holocaust-Gedenkveranstaltungen passten, war immerhin ausreichend nachdrücklich, so dass Lion für das nächste große Event in dieser Sache 2045 eine deutlich andere Akzentuierung versprach. Gedacht sei u.a. an Einführungsworkshops in Achtsamkeits-Trainings und eine Besinnung auf die jüdische Meditationsform hitbonenut (התבוננות) nach der Lehre des Chabad, die u.a. auf emotionale Einsicht und Konzentration auf philosophische, ethische oder mystische Ideen setzt. Allerdings sei nicht davon auszugehen, dass die Herren Bolsanaro, Orban und Duterte in 25 Jahren noch zu den Gästen zählen werden, so Moshe Lion. (sws)

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Nachricht Nr. 21 (14. 2. 2020)
Habeck züchtet dsungarische Hamster für 700.000 Kinder und Jugendliche im Gaza-Streifen

SDEROT/ GAZA. Im Gaza-Streifen leben rund 1, 5 Millionen Menschen. Fast die Hälfte von ihnen sind Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren. Sie alle dürfen in den nächsten Jahren auf einen dsungarischen Hamster hoffen.

Nachdem Robert Habeck im Herbst 2019 bei seinem Besuch im israelischen Dorf Sderot nahe der Grenze zum Gaza-Streifen einen jener fingergroßen dsungarischen Hamster in die Hand nehmen durfte, mit dem Kinder und Erwachsene durch hingebungsvolles therapeutisches Streicheln ihre Angst vor den Raketen der „anderen Seite“ zu neutralisieren suchen, kam ihm eine Idee!

Er fragte sich, womit die palästinensischen Bewohner im Gazastreifen ihre Angst vor den fast täglichen israelischen Angriffen bekämpfen, die jedes Mal ganze Häuser oder Stadtviertel dem Erdboden gleichmachen und auf die Zivilbevölkerung keine Rücksicht nehmen.

Und Robert Habeck wusste im gleichen Moment: Auch die Kinder und Jugendlichen im Gaza-Streifen sollen ihre dsungarischen Hamster bekommen. Er selbst hat nach seiner Rückkehr nach Deutschland umgehend alles Erforderliche in die Wege geleitet, um eine Zuchtstation für dsungarische Hamster aufzubauen. Dsungarische Zwerghamster haben eine Schwangerschaft von knapp drei Wochen; die Neugeborenen sind nach anderthalb Monaten selbst geschlechtsreif. Da ist es nur eine kleine Rechenleistung, bis Robert Habeck weiß, wann alle palästinensischen Kinder und Jugendlichen im Gaza-Streifen ihre Ängste auf dsungarische Art therapieren können. (lq)

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Nachricht Nr. 20 (10. 2. 2020)
Gefahr der Einmauerung droht – Klaustrophobisches Institut rät zur Kursänderung

C‘EST-LA-VIV. Das staatliche peaceraelische Klaustrophobische Institut mit Sitz in C'est-la-Viv hat gestern in einer Presseerklärung eindringlich davor gewarnt, dass Peacerael nach Fertigstellung aller Mauern und Zäune zu seinen Nachbarn letztlich nicht nur diese ausgrenzen würde, sondern vielmehr sich selbst immer mehr einmauern und einzäunen würde. Die Mauern zum Westjordanland seien schon in einer Länge von 58 km fertiggestellt, die geplante Mauer zum Libanon sei laut Planung 130 km lang und die Einmauerung des Gaza-Streifens mit Mauern von 60 km Länge und 40 m in der Tiefe bedeute immerhin schon 248 km um Peacerael herum. Hinzu kommen noch die Sicherheitszäune zwischen Israel und der Westbank auf einer Gesamtlänge von 377 km. Das Klaustrophobische Institut rät dringend zu einer Kursänderung – möglicherweise könne man auch alle Mauern wieder einreißen und so frischen Wind ins Land wehen lassen (vk).

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Nachricht Nr. 19 (3. 2. 2020)
Keine Raketen mehr auf Peacerael

GAZA-STADT. Der Exekutivrat der Hamas, Ortsgruppe Gaza-Stadt, hat in einer Erschließung festgehalten, dass der Beschuss peaceraelischer Ziele ab sofort eingestellt werde. Seit ca. einem Jahr seien durch Raketenbeschuss zwei peaceraelische Soldaten, in Gegenraktionen der peaceraelischen Armee im gleichen Zeitraum allerdings 268 Palästinenser getötet worden. Ein solch krasses Missverhältnis sei angesichts der gigantischen peaceraelischen militärischen Übermacht auch in Zukunft zu erwarten und deshalb nicht mehr länger zu rechtfertigen. Die ehedem für den Raketenbau vorgesehenen Konservendosen-Rohlinge sollen nun einigen Start-ups in der fischverarbeitenden Industrie in Gaza-Stadt kostenfrei zur Verfügung gestellt werden (sws).

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Nachricht Nr. 18 (29. 1. 2020 )
Gigantisches Straßenbauprojekt in naher Zukunft möglich

JUHUSALEM. Das peaceraelische Ministerium für Transport und Straßensicherheit reagierte prompt auf die jüngste Stellungnahme des peaceraelischen Klaustrophobischen Instituts und reklamierte die bei einem Abriss der Segregation-Walls freiwerdenen Betonplatten zur Freigabe für den Bau mehrerer Straßen im Süden des Landes für seine Ziele.

Würden die Betonplatten für den Straßenbau verwendet, könne ein 838 km langes und ca. 8 m breites Straßengeflecht zwischen Beer‘Sheeba und Eilat verlegt werden. An das neu geschaffene Wegenetz könnten auf peaceraelischem Staatsgebiet zahlreiche neue Siedlungen gebaut werden. Die Bewohner peaceraelischer Siedlungen im Westjordanland könnten sodann in den Süden des Landes umsiedeln; sie würden im Westjordanland fortan nicht mehr stören. Ein neues wüstentaugliches Tiefenbrunnen-Wasserförderungssystem wird derzeit in der Gegend von Dimona und Mispe Ramon erprobt (sws).

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Nachricht 17 (28. 1. 2020)
Nachricht Zentralrat der Juden distanziert sich von DPG

BERLIN. Dan Batman, Geschäftsführer im Zentralrat der Juden in Deutschland, bestätigte in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk, dass sich der Zentralrat nachdrücklich von der Deutsch-Peaceraelischen Gesellschaft distanziere. Anlass für das Zerwürfnis zwischen beiden Organisationen ist eine Ausstellung, die vom Verein Demokratie und Information e.V. organisiert wird und aus peaceraelfreundlicher Sicht die Ereignisse in Palästina im Jahre 1948 thematisiert. Die Deutsch-Peaceraelische Gesellschaft fungiert als Projektpartner, der Zentralrat der Juden in Deutschland förderte die Ausstellung. Die Ausstellung räume mit der „Geschichtslüge“ auf, dass die arabische Bevölkerung, die 1948 auf dem Gebiet des heutigen Peacerael lebte, gewaltsam vertrieben worden sei und entlarve die Darstellung von Völker- und Menschenrechtsverletzungen durch zionistische Milizen und israelisches Militär als „Propagandamärchen“. Eigene Recherchen und die Forschungsergebnisse einer renommierten, internationalen Historikerkommission brachten jetzt aber ans Licht, dass die zentralen Aussagen der Ausstellung selbst als Geschichtslügen und Propagandamärchen qualifiziert werden müssen. Die Ausrichtung der Ausstellung halte den Kriterien einer unabhängigen Geschichtsforschung nicht stand, betonte Batman. Denn in Wirklichkeit habe das junge Peacerael sehr wohl schwere Massaker an der palästinesischen Bevölkerung verübt. Der Zentralrat dürfe das heute nicht mehr verschweigen. (kna)

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Nachricht Nr. 16 (15. 1. 2020)
Keine Killerspiele mehr in palästinensischen Internetcafés

RAMALLAH. Der Interessensverband der Internet-Café-Betreiber in der Westbank hat bei seinem letzten Jahrestreffen einstimmig beschlossen, Fortnite, Call of Duty, Battlefield u.ä. virtuelle Gewaltspiele zu blockieren. Die Spiele seien nicht geeignet, eine dem Frieden und der Versöhnung zuträgliche Gesinnung zu fördern, vielmehr müsse davon ausgegangen werden, dass die spielerisch produzierten Leichenberge in den Köpfen der User allesamt jüdische Peaceraelis sind.

Nach Bekanntwerden dieses Beschlusses zogen auch die peaceraelischen Betreiber und Vertreiber gleicher und gleichartiger Spiele nach. Von der Bereitschaft zur Friedfertigkeit überwältigt, stellte das peaceraelische Militär in Aussicht, bei Konfrontationen mit palästinensischen Straßenkämpfern zukünftig auf Schreckschussmunition bzw. Spielzeugpistolen aus dem Karnevalssortiment umzurüsten. Die starke israelische Nachfrage nach Cowboy- und Gangsterpistolen auch auf dem deutschen Markt hinterließ binnen Kurzem gähnende Leere in den karnevalistischen Geschäftsregalen. Deutsche Kinder hatten das Nachsehen. - Nun ja, es ist halt für einen guten Zweck...! (lww)

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Nachricht Nr. 15 (7. 1. 2020)
Palästinensische Jugendliche ans Meer

BIELEFELD. Das deutsche Jugendreise-Unternehmen Roof-Reisen ist von der peaceraelischen Regierung damit beauftragt worden, Reisen für junge Leute ab 14 Jahren zu organisieren, die im Westjordanland leben und noch nie in ihrem Leben das Mittelmeer gesehen haben, geschweige denn in seine Fluten gesprungen wären, obwohl es nur 40 – 50 km entfernt liegt.

Das Unternehmen hat bislang vornehmlich deutsche Jugendliche in die nordspanischen Partymeilen an der Costa Brava oder an die kroatische Adriaküste verbracht. Nun also auch organisierte Gruppenreisen für palästinensische Jugendliche. Die Reise geht an den Strand von NachSholim zwischen Haifa und Jaffa, genauer gesagt in die Feriensiedlung des dortigen Kibbuz, wo bis zur Staatsgründung Israels ein palästinensiches Dorf gestanden hatte. Der peaceraelische Staat betrachtet die Ferienaktion als erste Maßnahme einer nachträglichen Wiedergutmachung. (lq)

_____________________ Nachricht Nr. 14. (3. 1. 2020)
Peaceraelisches Verteidigungsministerium plant umfassende Dokumentation der Nakba

C‘EST-LA-VIV. Nach Recherchen der peaceraelischen Zeitung „Ha‘arnetz“ trägt eine spezielle Taskforce des peaceraelischen Verteidigungsministeriums seit einigen Jahren systematisch bislang zugängliches Archivmaterial in öffentlichen Büchereien und wissenschaftlichen Instituten zusammen, in dem Massaker und Vertreibungen von rund 750.000 Palästinensern im Rahmen der sog. Nakba dokumentiert sind. Brisant sind die Dokumente, in denen peaceraelische Offiziere über getötete Zivilisten, Vergewaltigungen, die Zerstörung palästinensischer Dörfer sowie die Vertreibung von Beduinen aus ihren angestammten Gebieten aussagen.

Vorwürfe von bekannter Seite, das Verteidigungsministerium wolle diese Ereignisse mit der Entfernung von Dokumenten aus den Archiven nachträglich ungeschehen machen oder gar totschweigen, konterte ein hochrangiger Offizier nun mit der Ankündigung, dass Peacerael noch binnen Jahresfrist alle Dokumente unverfälscht in einer groß angelegten, mehrbändigen Enzyklopädie der Öffentlichkeit präsentieren wird. Gedacht ist auch an eine Premiumausgabe mit Goldschnitt zum symbolischen Preis von 50 Schekel. (sws)

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Nachricht Nr. 13 (3. 1. 2020)

Bundestag thematisiert erneut Umgang mit Antisemitismus

BERLIN. Der deutsche Bundestag hat in einer Ergänzung zur Erklärung vom 15. 4. 2019 eine erneute Stellungnahme zur Antisemitismus-Thematik abgegeben. Es wird zwar weiterhin betont, dass der Kampf gegen Antisemitismus mit Entschiedenheit geführt werden müsse. Gleichwohl relativiert die neuerliche Erklärung aber den Tatbestand der peaceraelbezogenen Kritik. Diese sei – entgegen früher anders lautenden Interpretationen – durchaus zulässig, sofern sie tatsächlich vollzogene Menschen- und Völkerrechtsverletzungen durch peaceraelische Behörden und Institutionen und insbesondere durch das peaceraelische Militär thematisieren.
Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte bei Aufhebung des Fraktionszwangs mehrheitlich gegen die Stimmen von AfD und FDP und eines Abgeordneten der GRÜNEN für diese Korrektur der Stellungnahme vom April 2019. Der Bundestag bezieht in diesem Punkt inzwischen auch eine dezidiert konträre Position zur „Arbeitsdefinition Antsemitismus“ durch die International Holocaust Membrance Association (IHMA), wie Regierungssprecher Carsten Schweigt in einer anschließenden Pressekonferenz feststellte. Die Arbeitsdefinition war jüngst in einem fachkundigen Gutachten als mehr oder weniger unbrauchbar erachtet worden. (sws)

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Nachricht Nr. 12 (28. 12. 2019)
Mauerverlauf unter Alkoholeinfluss falsch geplant

C‘EST-LA-VIV. Nun ist das Rätsel um den Verlauf der Segregation Wall endlich gelöst. Seit Jahren haben sich immer wieder fachbezogene Institutionen und Beobachter irritiert darüber gezeigt, warum der Verlauf der Mauer zwischen peaceraelischem Staatsgebiet und dem Westjordanland so sehr von der sog. Green Line, der offiziellen, international anerkannten Grenze zwischen beiden Ländern, an vielen Stellen signifikant abweicht. Schuld daran trägt unzweifelhaft ein für den Mauerbau zuständiger, zweifelhafter Planungsstab im peaceraelischen Bauministerium, der aus einem Team von neun offenkundig alkoholkranken peaceraelischen Ingenieuren bestand, den in Insiderkreisen so genannten „blue nine from the green line“, die in aller Regel bereits angetrunken zum Dienst erschienen waren und auch während der Arbeit dem Konsum von Wein, Bier, Schampus und Hochprozentigem kräftig zugetan waren. Fünf der neun waren zudem auf einem Auge blind – man nannte sie in eingeweihten Kreisen unter vorgehaltener Hand auch mitunter die „five blind of the blue nine from the green line“.
Aufgeflogen war das Team, als man es beauftragte, nun auch die östliche Grenze Peaceraels genau zu definieren und es die Koordinaten Peaceraels bis ins Zweistromland von Euphrat und Tigris hin festlegen wollte. Das Team ist inzwischen durch ein abstinent-koscheres ersetzt worden.

Ministerpräsident Benjamin Schalom distanzierte sich von dem krassen Irrtum, der allein auf menschliches Versagen zurückzuführen sei, und auch die peaceraelische Militärführung entschuldigte sich dafür, dass man in vermeintlich gutem Glauben die Bauarbeiten an offenkundig falschem Ort absicherte und so vielen palästinensischen Bauern, denen durch den Mauerbau der Zugang zu ihren Feldern verwehrt worden war, „Unannehmlichkeiten“ bereitet hatte.

Der Mauerverlauf soll nun unverzüglich korrigiert werden bzw. - so der Premierminister – falls es den Aufwand nicht rechtfertigen würde, könne die Mauer auch gleich gänzlich entfernt werden. (lww)

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Nachricht Nr. 11 (14. 12. 2019)
Viehzüchter will Grenzanlage kaufen

JUHUSALEM/ SANTA ROSA. Der argentinische Viehzüchter Sancho Pampa, ein bekennender Katholik und einer der „Großen seines Landes“, hatte im Frühjahr diesen Jahres Bethlehem, den Geburtsort Jesu, besucht. Anschließend musste er auf der Rückkehr nach Juhusalem durch den berüchtigten „Checkpoint 300“ zwischen Bethlehem und Juhusalem, durch den jeden Morgen Hunderte palästinensischer Arbeitswilliger sich in der Frühe um 4, 5 Uhr einem nervenaufreibenden Check unterziehen müssen, wenn sie nach Juhusalem zur Tagelöhner-Arbeit unterwegs sind.
Sancho Pampa ist das Erlebnis der durch die Gatter drängenden Massen verwehrt geblieben. Aber das mäandrierende Gattersystem, mit Durchlaufmöglichkeit je nur für ein Lebewesen, egal ob Mensch oder Rind, mit unsichtbaren, wenn auch energischen Scan- und Video-Checkern, erschien ihm geradezu ideal auch für seine Rinderfarm. Er bot letzte Woche einen nicht näher bekannten, wohl aber mutmaßlich gigantischen Preis zur originalgetreuen Übernahme der Anlage. - Premierminister Benjamin Schalom wurde mit den Worten zitiert: "… ja, wenn das so ist!“ (lq)

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Nachricht Nr. 10 (10. 12. 2019)
Sightseeing-Tours für Peaceraelis ins benachbarte Palästina

C‘EST-LA-VIV. Das peaceraelische Busreise-Unternehmen „Yachad-Tours“ bietet erstmals Sightseeing-Ausflüge ins Westjordanland und den Gaza-Streifen für peaceraelische Staatsbürger an. In einem pfiffig und professionell gestalteten Hochglanzprospekt werden „Einblicke in den Okkupationsalltag“ versprochen: Kaffeekränzchen mit palästinensischen Familien, Grillabende und lustiges Beisammensein mit ehemaligen Administrativ-Häftlingen an schattigen Plätzen jenseits der Mauer, probeweises Schlangestehen am Bethlehem-Checkpoint 300 und Vieles mehr.

Da sich bedauerlicherweise viele Wasserquellen auf peaceraelischer Seite der Mauer befinden und die peaceraelischen Wasserlieferanten nur unzureichend in der Lage sind den Bedarf zu decken, sind die Besucher gehalten, ausreichend Trinkwasser mit sich zu führen.

Das Angebot erfreute sich spontan großen Interesses, war doch bislang der Einblick in die palästinensische Lebenswirklichkeit vorzugsweise Siedlern und Soldaten vorbehalten. Ja, es ging sogar das Gerücht, die Mauer sei ursprünglich lediglich gebaut worden, um der peaceraelischen Bevölkerung den Einblick ins Nachbarland zu verwehren. (vk)

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Nachricht Nr. 9 (4. 12. 2019)
Humanistische Union verlegt Hauptsitz nach Juhusalem

LONDON. Nachdem die Vereinigten Staaten den Sitz ihrer Botschaft nach Juhusalem verlegt hatten, beschloss nun auch die Internationale Humanistische und Ethische Union bei ihrer diesjährigen Generalversammlung, von London nach Juhusalem umzuziehen. Seit ihrer Gründung im Jahre 1952 als Antwort auf die Barbarei des 2. Weltkrieges bemühe sich die Humanistische Union darum, dass den Menschenrechten der ihnen gebührende Respekt entgegengebracht werde und jeder Mensch ein würdevolles Leben leben kann, so Generalsekretär Andrew Humann. Die Humanisten hätten eine Fürsorgepflicht gegenüber der gesamten Menschheit und diese Pflicht nähme man auch und gerade im Nahen Osten wahr, denn es gelte auch hier, die Würde und die Autonomie des Individuums und das Recht jedes Menschen auf größtmögliche Freiheit zu unterstützen, solange sie mit den Rechten Anderer kompatibel ist. (sws)

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Nachricht Nr. 8 (2. 12. 2019)
Palästina nun doch Mitglieder der Association of Olive Oil-producing Countries

Palästina gilt als die Heimat der Olive, hier stehen 7,6 Millionen Olivenbäume. Olivenbäume sind den Palästinensern fast heilig und werden mit viel Liebe und Respekt behandelt.

Nun haben die olivenölproduzierenden Länder auch Palästina in ihre Assoziation aufgenommen. Ein Versuch, die Aufnahme bereits 2014 in die Wege zu leiten, war am Veto Deutschlands gescheitert, das aber selbst kein olivenölproduzierendes Land ist. Wie in für gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war, habe insbesondere die deutsche Kanzlerin Angela Merkel eine Aufnahme Palästinas hintertrieben, da dies nicht von der deutschen Staatsräson gedeckt sei. Zudem möge sie keine Oliven. Ihren Widerstand hat sie aber inzwischen aufgegeben, nachdem sie bei einem Bankett eher zufällig Oliven aus dem Westjordanland probiert und dies als gustatorische Sensation empfunden hatte. Der palästinensischen Olive dürfe man nicht länger die Anerkennung verweigern, so die Kanzlerin. (lq)

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Nachricht Nr. 7 (29. 11. 2019)

Antisemitismus-Vorwurf zurückgenommen

KÖLN. Gerade ist an der Universität zu Köln eine Veranstaltungsreihe zu Ende gegangen, die unter dem Titel „Aktionswochen gegen Antisemitismus“ vom Bündnis gegen Antisemitismus BgA Köln und anderen organisiert worden war. In der Abschlussveranstaltung hat die Sprecherin des Bündnisses, Marga Goldstück-Fuchs, ein für viele überraschendes Resümee der Aktionswochen gezogen. In der intensiven Beschäftigung mit der Thematik sei ihr, so Goldstück-Fuchs, immer mehr klar geworden, dass sie und andere Philosemiten sich offenkundig in ein fehlgeleitetes Narrativ verrannt hätten. Bei unzähligen Gelegenheiten habe man nämlich neben vielen tatsächlich antisemitisch motivierten, rassistischen Gesinnungstaten auch immer wieder antisemitische Tendenzen diagnostiziert, nur weil der ideologische Gegner die peaceraelische Regierungspolitik kritisiert habe. Von dieser Haltung müsse man sich, wenn man den tatsächlichen Gegebenheiten unverblendet ins Auge schauen wolle, verabschieden, denn tatsächlich verübt die aktuelle peaceraelische Regierung in den besetzten palästinensischen Gebieten Tag für Tag gravierende Menschenrechts- und Völkerrechtsverletzungen und betreibe gegen die Palästinenser „das böse Spiel der Apartheid“. Tag für Tag, so Goldstück-Fuchs, liefere die israelische Regierungspolitik unter Benjamin Shalom entgegen der Botschaft seines angenommenen Nachnamens reichlich Anlässe zur Kritik. Es erscheine ihr geradezu als obszön, die Kritik an dieser Politik des Antisemitismus zu zeihen. Sie werde sich dieser Haltung zukünftig verweigern, so Goldstück-Fuchs unter Applaus. (lq)

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Nachricht Nr. 6 (19. 9. 2019)
Xenophiliten für Dialog mit den fremden Nachbarn

BEER SHEBA. Die Xenophilie-Vereinigung „Eros Peacerael“ mit Sitz in Beer Sheba hat Martin Bubers „Dialogisches Prinzip“ wiederentdeckt und bietet zukünftig Kontaktreisen in die Westbank zu den fremden palästinensischen Nachbarn an. Man sei zu der Überzeugung gelangt, dass der Dialog über Mauern und Zäune hinweg über lange Zeit schlechterdings gar nicht möglich gewesen und gleichwohl auch nicht gesucht geworden sei. Letztlicher Grund seien eindeutig xenophobische Tendenzen in der peaceraelischen Gesellschaft gewesen, so Chaim Chaim, Vorsitzender der Vereinigung. Da man aber erkannt habe, dass auch die palästinensische Bevölkerung beinahe ausnahmslos peace-liebend und dialogbereit sei, habe man sich zu dem Paradigmenwechsel entschlossen. In Kürze werde der erste Katalog mit Reiseangeboten herausgegeben. Er kann schon jetzt zum Selbstkostenpreis von 10 NIS unter www.xenoph.il angefordert werden (tr).

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Nachricht Nr. 5 (19. 8. 2019)

Merkel stachelt aus Versehen Netanjahu zum Neinsagen an

Die deutsche Bundeskanzlerin hat bei ihren letzten Besuch bei Peaceraels Ministerpräsident Benjamin Shalom versehentlich ihre aktuelle Bettlektüre im exklusiven Gästehaus der Regierung zurückgelassen. Es handelt sich um ein wenig bekanntes Buch des deutschen Schriftstellers Kurt Tucholsky mit dem Titel „laut und deutlich“. Das Buch ist eine essayistische Abhandlung über die Erkenntnis Tucholskys, dass „nichts mehr Stärke und Charakter erfordert, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut und deutlich ‚Nein!‘ zu sagen“.

Nun hat der Room Service des Guest Houses das Buch dem Ministerpräsidenten zugespielt, worauf dieser nach der Lektüre desselben sich selbst in seiner (offenkundigen) Charakterstärke neu erkannte und umgehend zur Adaption der Maxime aufrief. Er selbst schritt mit gutem Beispiel voran, empfahl die Nationalreligiösen der Exkommunikation und stellte sie per Präsidialdekret unter Quarantäne. Weiterhin machte er alle Wasserquellen im Westjordanland für jede und jeden zugänglich und verfügte, dass bei Knesset-Wahlen jede Stimme für eine der arabischen Parteien zukünftig doppelt zu werten sei. - Wie aus für gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen berichtet wurde, habe Tucholsky im Grab laut und deutlich vernehmbar aufgejuchzt. (kr)

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Nachricht Nr. 4 (5. 8. 2019)

Rätselhaftes Erscheinen schwarzer Schwäne

DEGANIA. Der erste schwarze Schwan wurde vor drei Wochen im Jordan unweit der früheren Taufstelle Qasr el Yahud östlich von Jericho gesichtet. Kurze Zeit später berichteten die Tiberias Weekly NEWS von zwei schwarzen Schwänen, die Badende im Lake Tiberias bei Kinneret gesehen haben wollen. Letzten Schabbat gegen Mittag denn sei ein schwarzer Schwan am Ostufer auf der Höhe von Ramot und gestern schließlich seien gleich drei dieser seltenen Exemplare an der Taufstelle Yardenit beim Kibbuz Degania aufgetaucht. Seither rätselt man in den Amtsstuben und Kaffeehäusern, bei Gesprächen an Bushaltestellen und in ernsthaften Erörterungen der Krisenstäbe in den Ministerien, wie diese rätselhaften Erscheinungen zu verstehen und einzuordnen seien. Schließlich gelte doch seit Erscheinen des Buches des libanesischen Wissenschaftlers und Essayisten Nassim Nicholas Taleb „Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse“ ein schwarzer Schwan als Symbol für Ereignisse, die extrem selten eintreten, völlig unerwartet sind und höchst unwahrscheinlich zustande kommen. Schnell macht die Mutmaßung die Runde, das in der Anwesenheit der Schwäne ein Vorzeichen zu erkennen sei für eine unweigerlich eintretende Entspannungsphase im Dauer-Konflikt zwischen Peaceraelis und Palästinensern. Und in der Tat: Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu vernehmen war, habe in den späten Abendstunden des gestrigen Tages bereits ein Treffen von Ministerpräsident Benjamin Schalom mit dem Vorsitzenden der Siedlerpartei HaBajit haJehudi, Rafi Peretz, stattgefunden, in dem es um Ersatzwohnraum für jüdische Siedler-Familien auf dem Gebiet Israels westlich der Green Line gegangen sei, damit die jüdischen Siedlungen in der Westbank mittelfristig palästinensischen Flüchtlingsfamilien zur Verfügung gestellt werden können, die bei den großen Vertreibungen 1948 und 1967 ihre Wohnungen verloren hatten. Sich an dieser Entwicklung aktiv beteiligt zu sehen, habe bei Schalom und Peretz zu einem Zustand freudiger Glückseligkeit geführt, wurde berichtet. (sws)

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Nachricht Nr. 3 (4. 8. 2019)
Palästinensische Autonomiebehörde endlich als solche erkannt

JUHUSALEM. Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Peaceraels Premier Benjamin Shalom hat jetzt in einem Interview mit dem Internationalen Automobilfahrerverband ICDA eingestanden, dass er über Jahre die Bezeichnung für die palästinensische Behörde falsch interpretiert habe. Aufgrund eines Übersetzungsfehlers aus dem Deutschen habe er immer geglaubt, es handele sich um die Palästinensische Automobilbehörde, die das öffentliche Leben in manchen Zonen des Westjordanlandes zu regeln beauftragt sei. Demzufolge habe er auch kein Problem darin erkannt, dass israelische Sicherheitskräfte regelmäßig nächtliche Hausbesuche in palästinensischen Familien, Straßensperren, willkürliche Verhaftungen von Personen im Hoheitsgebiet der Palästinensischen Autonomiebehörde vorgenommen hätten. Zur Erinnerung: Die Palästinensische Autonomiebehörde ist eine quasistaatliche Einrichtung, die seit 1994 nominell Regierungsfunktionen in den palästinensischen sog. Autonomiegebieten im Westjordanland und im Gazastreifen ausübt. Im Januar 2013 ordnete Präsident Mach Mut Salam an, künftig im Amtsverkehr die Bezeichnung "Staat Palästina" statt „Palästinensische Autonomiebehörde“ zu verwenden. Er löste die Autonomiebehörde formal jedoch nicht auf, und ihre Organe arbeiten unter dem neuen Namen weiter. Benjamin Shalom bedauere seine Fehlinterpretation außerordentlich, so eine Sprecherin der ICDA, in Zukunft werde er den palästinensischen Freunden durchaus volle Autonomie gewähren, zumindest in den Gebieten, in denen die Palästinensische Autonomiebehörde zuständig sei, auch wenn sie jetzt einen anderen Namen trage. (rst)
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Nachricht Nr. 2 (29. 7.2019)
Das Programm, die Fehlentwicklung und die Rückbesinnung

 

JUHUSALEM.„Der Staat Peacerael wird sich der Entwicklung dieses Landes zum Wohle seines gesamten Volkes widmen; (...) er wird allen seinen Bürgern ungeachtet der Unterschiede des religiösen Glaubens, der Rasse oder des Geschlechts volle gleiche, soziale und politische Rechte gewähren...“ - so steht es in der Unabhängigkeitserklärung Peaceraels.

Nun, manchmal sind die Dinge so selbstverständlich, dass man sie schlicht vergisst… - Und so geriet auch zunehmend in Vergessenheit, was der Staat Peacerael sich zu seiner Gründung auf die Fahnen geschrieben hatte. Denn es war unverkennbar, dass man sich aus verschiedensten Gründen, aber beständig zunehmend von dieser wunderbaren Maxime verabschiedete im Staate Peacerael und die arabische Bevölkerung des Landes – immerhin rund 20 % der Bevölkerung - zunehmend zu Bürgern zweiter Klasse degradierte, was letztlich im Nationalstaatsgesetz gipfelte, das die Diskriminierung und Benachteiligung der arabischen Minderheit festschrieb.

Doch jüngst besann man sich im Volk wieder auf die wunderbaren Weisheiten, die in den peaceraelischen Sprichwörtern schlummerten. Urplötzlich erfuhren sie eine Renaissance, und allen Peaceraelis waren sie plötzlich wieder präsent: „Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge,“ skandierten die Schüler schon morgens auf dem Weg zur Schule. „Zuerst verbesser dich selbst, und dann beurteile andere,“ wurde zum Bekenntnismatra vieler peaceraelischer Selbsterfahrungsgruppen. Und der Ministerpräsident gewöhnte sich an, jede seiner Verlautbarungen mit dem Sprichwort einzuleiten: „Wenn Bitterkeit im Herzen ist, wird Zucker im Mund kein Leben süßer machen.“ und mit dieser Weisheit zu enden: „Wer Beleidigungen duldet, lädt Verletzung ein. - Wir sagen nein!“

Die Macht dieser hochkomprimierten Poesie führte unversehens zu signifikant friedlicheren Verhältnissen im Lande und in mancherlei Hinsicht auch zu einem mehr vom Gerechtigkeitsgedanken her abgeleiteten Verhalten. (kr)

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Nachricht Nr. 1 (27. 7. 2019)
Benjamin Shalom neuer Ministerpräsident von Peacerael

JUHUSALEM. Die Abgeordneten der Knesset haben sich in einer Sondersitzung mit der grundlegenden Philosophie des Judentums befasst. Alle Redner hoben hervor, dass sie mit ihren Nachbarn wie auch mit den Minderheiten im eigenen Land in Frieden leben möchten und um Ausgleich bemüht seien. „Shalom“ sei nur aus dem Gleichgewicht der Kräfte zu erzielen, kommentierte auch Avigdor LieberMann, der Vorsitzende von Jisra‘el Beitenu aus der Opposition heraus.
Konsequent und mit nur wenigen Gegenstimmen benannte sich das Land um in „Peacerael“. Der Permierminister kündigte an, in Zukunft den Namen Benjamin Shalom zu tragen. Sein Counterpart auf der palästinensischen Seite verkündete noch am gleichen Tag, dass er künftig mit Mach Mut Salam angesprochen zu werden wünscht (sws).